AUSWANDERERBLOG

Eine Million chinesische Bauern in Afrika

Posted in Bauernland by ruedibaumann on April 16, 2009

Um ihre Ernährung sicherzusstellen, kaufen immer mehr Staaten Kulturland ausserhalb ihres Staatsgebietes. China, Südkorea, Arabische Emirate, Japan und Saudiarabien besitzen inzwischen 7,6 Millionen Hektaren Ackerland ausserhalb ihres Landes (Le Monde 15.4.2009). Zum Vergleich: die Schweiz hat eine landwirtschaftliche Nutzfläche von ca. 1 Million Hektaren! Diese problematische Entwicklung verstärkt sich zunehmend, weil nach dem Debakel mit Finanzderivaten, neben den Staaten auch viele Grossinvestoren, Agroindustrien, Immobilienfonds usw. noch verstärkt in landwirtschaftliche Böden investieren.
„Delocalisation agricole“ wird das hier genannt. Nachdem wir unsere Idustrien nach China ausgelagert haben, kaufen die Chinesen nun die fruchtbaren Böden in Afrika zusammen. Eigentlich verständlich, 40% der Bauern der Welt sind Chinesen, während das Land nur über 9% der globalen Ackerfläche verfügt.
Es liegt auf der Hand, dass das zu zunehmenden Konflikten zwischen einheimischen Keinbauern und dem globalen Agrobusiness führt. Kapitalistische Kolonisation im 21. Jahrhundert? Afaire à suivre!